Montag, 15. Oktober 2012

Luxus


Da gab es mal Zeiten, da konnte ich mir alles leisten. Jeden Qualitätsscheiss, jeden Markenkram. Aber diese Zeiten sind eben lange vorbei. Heute ist es zweiter Klasse und ich sehe die Leute in ihrer ersten Klasse. Kann es mir einfach egal sein. So war das immer mein Ding, war es mir nicht wichtig, dass ich das nicht hatte. Ich suchte keine Liebe und meine Liebe sollte nicht davon abhängen. Bis ich mich dann in die Luxusklassefrau verliebte, die absolut nur den besten Scheiß hatte. Kann dieser Kontrast die Liebe in Frage stellen? Kann das ein Hindernis sein, wenn ich sehe, dass sie nur das beste besitzt und ich den Mittelklassewagen. Warum sollte das ein Problem sein? Weil du sie auf ihre Besitztümer reduzierst? Sie nur das schönste und exklusivste besitzt? Heute stellt das kein Problem mehr da. Heute ist es wieder nicht wichtig, wie damals, vor der Zeit mit ihr. Doch mit ihr war es ein Problem, denn war es der Vergleich mit ihr und ich mich selbst hinrichtete. Sie aufs Podest stellte und dann vernichten musste. Ich nicht auf ihren Besitz klarkam. Das sie all das braucht, vielleicht zum Leben und auch in Zukunft braucht. Das ich ihr das nicht bieten kann, dass ich den Lifestyle gar nicht mehr leben kann, dass das gar nicht mehr mein Ding ist und ich einen anderen Weg eingeschlagen habe. Fern der Luxuswelt, der schönen Besitztümer, des absolut schönsten und auch teuersten Geschmacks. All das lebe ich nicht. Da habe ich keinen Bock drauf, ich lebe arm und scheiß drauf und dann habe ich mich leider in die Luxusklasse verliebt. In den Maybach, während ich eher so der VW-Polo oder Opel Kadett blieb. Der der sich von der Konsumwelt verabschiedet hat, keinen Wert mehr darauf legte und sich dann irrte, denn seine Luxusfrau war nicht ebenso, sondern fernab der Askese. Geirrt in ihr, was nicht heißt, dass das Liebe und Verliebtsein von Gütern abhinge. 



Bin ich durchaus lebensfroh, beklagte mich nicht über diesen Missstand und doch waren meine Frau und ich ganz anders. Leben in andere Welten. Anders entschieden im Leben und doch haben wir uns getroffen, mal lieb und gern gehabt. Das war es dann aber auch, zu wenig in dieselbe Richtung geschaut. Doch im Wald und Irrgarten waren wir wohl beide. Unsere Wege aber von einander getrennt und anders. Ich wäre ihr dann wohl gefolg, denn ich hätte nicht geahnt, dass sie Bock auf mein Leben haben könnte. Meins zu arm ist, zu dreckig ist, zu erbärmlich, zu hart, zu wenig glanzvoll. Vielleicht braucht sie einen solchen Mann, der ihr ebenso ein zu Hause, Status, Glanz und Erfolg geben kann. Ob das dann auch Liebe ist, wer weiß das schon, doch diesem Mann wird sie eher folgen, weil er sich nicht für seinen Weg, sein Prestige und Status schämt. Deswegen wird sie ihrer Suche nachgeben und ihm folgen und gleichzeitig in der Luxusklasse und Luxuswelt bleiben können..

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