Sonntag, 29. April 2012

Ungleichgewicht - Unzufriedenheit - Unvollkommen


Das Ungleichgewicht wird zum ewigen Korrekturversuch und damit das Ungleichgewicht nur noch größer. Wäre es doch besser gewesen, es einfach stehen zu lassen. Zu sagen, ich bin nicht vollkommen und ich bin so, habe auch meine Macken. Wäre es besser gewesen, damit zu leben und damit auch zu genießen. 




Abstand zu halten, Respekt zu wahren, Diskretion und Distanz. Den anderen wirklich zu sehen, ihn kennenzulernen. Leider habe ich das aber nicht geschafft. Ich begehrte zu sehr, Angst vorm Alleinsein, Angst den anderen zu verlieren oder ihn nicht zu gewinnen. Und dann war er auch schon fort, doch ich im ständigen hinterher, im ständigen korrigieren, im Versuch es nochmal gerade zu biegen. Doch leider keine Chance, unverzeihlich. Hätte man es doch einfach gleichmütig so stehen lassen sollen, müssen, können. Ohne ein Lachen, ohne eine Fratze. Dem ist aber nicht so gewesen, ganz im Gegenteil. Es ging um einen Triumph, um eine Belohnung, um einen Verdienst. Doch alles Bullshit, warum lässt man die Liebe nicht einfach einfach sein und mehr oder weniger sich selbst überlassen. Ohne ein Zwingen, ohne Druck auszuüben. Es zu lassen, stehen zu lassen, einfach zu halten. Ein genussvolles Kennenlernen, ein Diskurs, ein Hin und Her, auch zuweilen etwas mehr Unverbindlichkeit, etwas mehr Freiheit. 

Ein Warten, ein Gedulden, ein PingPong, eine ewiger Diskretionsabstand. Diesen auch mal durchbrechen, aber dann wieder in Ausgangspunkt verweilen.Die Zeit, Zeit sein lassen, ohne Druck, ohne Stress, ohne Absolutes, ohne Zwingen, ohne ein Durchbrechen, Ausbreche oder Verrennen, sondern einfach mit sich und auch mal zu Zweit sein. Leider ging all das aber damals nicht. Heute ist man schlauer, reifer, hat etwas gelernt. Aber für dich ist es zu spät mein Schatz, mein Engel. Viel zu spät und wer weiß auch schon, obdann etwas aus uns geworden wäre. Niemand weiß. Was wahrscheinlich ist, entzieht sich ja doch nur der realen Fakten.Die Wirklichkeit ist ein Arschloch, aber gerade das wirkliche Jetzt gilt es wohl zu genießen. Ohne größere Anspannung, Stress und Druck. Probleme einfach mal Problem sein lassen und das Jetzt leben, die Umwelt sehen, die Anderen mal anders sehen, mal anders kennenlernen, als nur durch du schmerzverzerrte Brille. So wie sie sind, das ändert sich ja doch dann ständig von Tag zu Tag, usw.Wer bist du mein Schatz? Ich habe dich nicht kennenlernen dürfen, vielleicht auch, weil ich mich selbst noch nicht gut genug kenne. Keine Pausen kenne und mich im Schmerz verzehre, anstatt mal eine Pause davon zu machen. Unendliches Leid, ein Leben lang. Das läuft nicht weg, also warum nicht mal eine Pause machen?

Freitag, 27. April 2012

Es ist nicht länger die Angst vorm Alleinsein

Allein bin ich schon sehr lange, war oft einsam, ziemlich oft. Hatte oft Angst, wenn ich alleine war, aber auch wenn ich nicht alleine war. Hatte auch oft Panik. Aber viel schlimmer ist das, wenn ich nicht kommuniziere, wenn ich mich nicht mitteilen kann. Dann bricht eine Welt zusammen, dann kommen die Gedanken, dann komm ich nicht klar, dann spinne ich rum. Dann wird alles extrem, dann wird alles weit gesponnen. Dann wird geträumt, dann wird philosophiert, dann habe ich Ideen. Dann kommt das dunkle, dann kommt das helle. Dann lenkt mich alles ab, dann kann ich mich nicht konzentrieren. Dann geht alles weiter, dann dreht sich alles weiter. Dann kommt der Strudel, dann bin ich abhängig, dann bin ich kleinlaut, dann bin ich nicht mehr selbstbestimmt. Dann kommt die Angstlust, dann bin ich Kind, dann kann ich mich nicht wehren. Dann wird das was nah ist, mikroskopiert, das was fern ist, teleskopisiert.




Wenn ich alleine bin, dann bricht alles ein, bricht alles zusammen, dann wird es schwarz, dann muss ich kämpfen. Aber nichts nutzt. Dann habe ich heute keine Ängst mehr, dann habe ich heute Wut, dann hatte ich mal Angst, dann hatte ich mal Selbstmitleid, dann hatte ich mal Trauer, dann hatte ich mal Hoffnung, dann hatte ich mal Realitätsverlust. 

Verlor ich die Kontrolle, meine Selbstbestimmung, meinen Willen, meine Grenzen, meine Fassung, meinen Haushalt, meine Konsistenz. Werde ich inkontinent, löst sich alles auf. Verliere den Respekt, verliere den Verstand. Muss Grenzen überschreiten, erzwinge Kontakte, habe keine Geduld. Weiß nicht wohin, weiß nicht wohin mit der Lust. Bin Gefangener.

Verstand verloren. Verrannt. Aber sie wusste nicht um meine Probleme. Darum, dass ich Sklave meiner Einsamkeit bin. Wusste nicht das ich Opfer meiner Abhängigkeit bin.
Also bin ich zum Psychopathen geworden, der Grenzen überschreitet. Jemand der Grenzen überschreitet, weil er keinen Standpunkt, kein zu Hause mehr in sich hat. Keine Festung mehr in sich hat. Jeglichen Respekt verloren, jeglichen guten Geschmack, jegliches Benehmen verloren. Ich konnte sie nicht lassen. Ich musste erzwingen. Ich konnte es nicht ruhen lassen, ich konnte es nicht genießen. Auch weil ich das Alleinsein nie genießen konnte. Weil ich immer abhängig blieb, auch wenn ich schon längst alleine und selbstständig war, ich schon längst für mich selbst sorgen konnte und doch blieb ich immer abhängig. Ich war nicht der der sich selbst begrenzt erlebt und trotzdem oder deswegen nicht ohnmächtig. Ich war nicht der der selbstbestimmt lebt. Ich war nicht der, der seinen Mund aufmacht und auch mal auf die Kacke haut, denn er hatte immer Angst verlassen zu werden. Ich war auch nicht der, der seine Beziehung selbst aussucht. Ich war immer der der aus Einsamkeit in etwas hineingerät. Ich war immer der Panik hatte, der Sorgen hatte, der jammerte und selbstmitleidig. Ich war der nicht klar seine Meinung sagte, denn er empfand seine Beziehungen immer als labil. Ich war nicht der, der sicher ist, der zu Hause eine Sicherheit hatte. Ich hatte auch keine Rückzugsmöglichkeiten, nichts war sicher. Ich konnte nirgends auftanken. Konnte nichts planen. Existentielle Angst. Konnte nicht mit mir alleine sein. Konnte aus mir heraus nichts planen, kann mich nicht konzentrieren, kann nichts machen.


Ich konnte mir nicht in Ruhe überlegen, wen ich treffen will. Bei mir drohte alles einstürzen. Immer auch die Angst, es könnte das letzte mal gewesen sein. Man spürte das man anders war, aber man wusste nicht was. Wie sollte man das hinkriegen, nicht länger unter der Reflektion zusammen zu brechen. Dass der Schädel nicht einbricht, das man klar bleibt, selbstbestimmt bleibt. Das Leben auch mal genießt. Das das Leben nicht länger ein erledigen, ein überbrücken ist, nicht länger nur aus Pflichten entsteht. Ich wollte wie jeder andere auch, mein Alleinsein gestalten. Wie jeder andere auch, im Alleinsein nicht zusammenbrechen. Wie jeder andere auch für sich beschäftigt sein, planen können, genießen, träumen reflektieren, ohne dass es zur Folter wird. Ohne Macht, ohne Lachen. Ich wollte alleinsein ohne Schmerzen. Ich will konzentriert mit mir alleine sein. Ich will Leute treffen nicht aus der Abhängigkeit, Einsamkeit und Verzweiflung heraus. Ich will Leute treffen, weil sie mich interessieren, ich will Leute treffen, um mit ihnen was zu unternehmen, Leute auch treffen, weils lustig ist. Ich will nicht länger Leute treffen, weil es mir schlecht geht. Ich will nicht länger Leute treffen, von denen ich glaube, dass sie sich aus Mitleid mit mir treffen oder weil sie mir helfen wollen oder meinen zu müssen.

Ich will keine Macht, aber eine Zielrichtung, eine Selbstbestimmung. Ich will aus mir heraus handeln. Mit nem Plan oder sowas. Ich will zuversichtlich sein. Nicht länger abhängig sein, sondern selbstbewusst. Ich will gefasst sein, kontrollierter sein. In mir sicher sein, in mir zu Hause sein. Ich will meine Grenzen und die Grenzen der anderen kennen. Ich will niemanden zwingen. Raus aus der Hilflosigkeit. Nicht aus der Einsamkeit heraus handeln, sondern aus der Unabhängigkeit heraus. Aus der Selbstsicherheit, aus der Selbstzufriedenheit. Nicht aus der Traurigkeit oder aus dem Selbstmitleid heraus. Auch nicht länger aus der Sehnsucht heraus. Ich will es nehmen wie es kommt. Auf die Richtige warten, aber ich selbst will mein Anker und meine Festung sein. Das ich mich auf mich verlassen kann. Das ich in mir ruhen kann. Das ich mit mir alleine im Frieden leben kann. Das ich nicht aus einer Macht oder aus einem Taktieren heraus handel, ohne eine Fratze, ohne ein Lachen. Sondern friedlich mit mir selbst bin. Nicht aus einer Panik heraus. Weil ich Selbstsicherheit habe. Mit mir alleine sein kann und auch will. Ohne das mein Herz springt, ohne Panik. Aus einer Existenzsicherheit heraus. Ohne eine Aufregung nur weil man mich treffen will, ein Eis essen will. Aus einer Ruhe und Gelassenheit, einer Gleichmütigkeit. Was soll schon passieren? Ohne mich und den anderen unter Druck zu setzen. Ich komme alleine klar, muss niemanden zwingen. Keine Not. Mir gehts gut im Alleinsein. Ich brauche auch Menschen, aber ich muss sie mir nicht erzwingen, sondern kann frei entscheiden, kann frei meine Meinung äußern und wenn ich jemanden kennenlernen will, ihn vorher fragen.

Donnerstag, 26. April 2012

Single

Du lebst gut als Single. Hältst die Einsamkeit aus, aus Einsamkeit musst du nicht in eine Beziehung gehen. Du spielst mit Beziehungen. Du hast keine Angst, dir gehts gut. Bist stolzer Single. Hast dich eingerichtet, lebst allein und lebst gut damit. Kannst für dich selber sorgen, machst deinen Gang, deinen Weg, hast deinen eigenen Willen, verwirklichst dich, versuchst die Selbstbestimmung, die Autonomie, die Unabhängigkeit dein Ziel. Auch du kennst die Sehnsucht, aber der Richtige soll es sein. Du legst dich nicht fest, du willst nur spielen. Ein bisschen flirten, sich gut fühlen, dass man umschwärmt wird, aber dich für jemanden entscheiden, das wirst du nicht. Du bist kein Sklave deiner Einsamkeit. Du lebst gut damit, du hast keine Angst vorm Alleinsein, du hast keine Angst zu vereinsamen. 


Du bist selbstständig, relativ frei, bist erwachsen, bist reif. Du musst nicht in eine Partnerschaft aus Angst, aus Unsicherheit und Abhängigkeit. Du willst so sein wie du bist, du willst so werden wie du bist, du willst weiter unabhängig sein. Eine unabhängige Frau, fast feministisch. Du willst dich nicht unterwerfen und du willst auch niemanden, der sich unterwirft. Die Realität ist dir wichtig, auch träumen, aber du hängst den Träumen nicht nach. Du weißt um Realität und willst das kindliche Verliebtsein nicht. Die kindlichen Beziehungen nicht, du hast dich entschieden, aber nur dafür entschieden, sich nicht für die Liebe zu entschieden. Du hast dich für deine relative Freiheit entschieden, du hast dich dazu entschieden, unabhängig zu werden, es selbst zu machen, mit der Einsamkeit zurecht zu kommen. Hast dich gegen die Liebe, gegen das Verliebtsein entschieden, hast dich dafür entschieden, das optimale Bündel eines Partners zu wählen und nicht länger das Absolute. Jetzt willst du nur noch das Beste, aber nicht mehr das Wahre, nicht mehr das Ewigliche, nicht mehr das Absolute. Ab jetzt entscheidest du rational. Behältst deine Sehnsucht für dich und gehst damit nicht mehr hausieren. Du behältst dein Herz für dich, deinen Kern für dich, deinen Schmerz für dich. Du legst einen Film darüber, eine Salbe, einen Mantel, einen Panzer. Du liebst nur noch rational, den Besten, den Optimalen. Du gehst nicht mehr vorrangig nach dem Gefühl, jetzt gehst du nach optimalen Werten, nach Status, nach Erfolg und was weiß ich noch. 
Es geht immer auch um ein Kennenlernen, das sehe ich ein. Aber du hast dich gegen große Gefühle entschieden, gegen die wahre Liebe entschieden, vielleicht auch gegen die ewige Liebe entschieden. 



Du stürzt dich nicht länger in Beziehungen, du wartest ab. Kühl, rational und distanziert und da ist auch nichts falsch daran und doch hast du dich für Spielchen entschieden, für eine gewisse Rücksichtslosigkeit. Du hast dich gegen dein Kind entschieden, nur weil du meintest einen Frieden mit dir ausmachen zu müssen, aber hast dabei missachtet, dass auch noch Kleinkinderliebe gibt. Die willst du nicht mehr, du bist heute erwachsen, bist frei und jeder muss selbst mit Zurückweisungen klar kommen oder sollte ich etwas Rücksicht auf Psychosen nehmen? Sollte ich etwa Rücksicht auf Schmerzen nehmen? Ich wollte dich doch immer nur unverbindlich kennenlernen, ganz unverbindlich, ganz ohne Zwang, ganz ohne Druck, ganz ohne Erwartungen. Einfach nur Kennenlernen, weil ich dich einfach nur mochte. Mehr nicht und das darf ich auch, daran ist nichts verwerfliches. Ich wollte nur mal hallo sagen, dich unverbindlich treffen, auf ein Bier, auf ein Eis. Mehr wollte ich nicht, denn ich bin Single und das wollte ich auch erstmal bleiben. Ich will in keine Beziehung, wollte dich nur mal treffen. Mehr nicht und dafür muss ich mir nichts vorwerfen. Wärst du auch überzeugter Single gewesen, wäre das gar kein Problem gewesen. Dann hätten wir uns einfach nur getroffen und gut wäre gewesen. Ich bin immer Single gewesen. Immer aus Distanz, ich kenne diese existentiellen Ängste und Sorgen nicht die du hast. Ich kenne diese Angst vorm Alleinsein nicht. Ich kann meine eigenen Entscheidungen treffen. 
Weil ich dich mag und nicht uninteressant finde, wollte ich dich einfach nur mal treffen. Auf ein Eis oder was auch immer. Aber das wäre dann auch alles gewesen. Ich habe nicht geschwärmt, so wie du das immer tust und das wohl aus Einsamkeit. Ich weiß um die Realität, ich habe keine Angst vorm Alleinsein. Ich wollte dich einfach nur mal treffen und kein großes Ding daraus machen. Ganz entspannt, ohne Zwang. Ich bin eine unabhängige Frau und strebe nach Autonomie und dich wollte einfach nur mal kennenlernen, einfach so und nicht um in eine Beziehung zu geraten. Ganz unverbindlich und unverwerflich. 

Ich konnte doch nicht ahnen, wie du drauf bist. Was mit dir ist, dass du so unter deiner Einsamkeit leidest. Ich komme für mich alleine klar, aber das scheinst du wohl nicht zu können. Du bist in ständiger Abhängigkeit, aber das bin ich nicht. Du bist in ständiger Anspannung, ständig unter Druck. Ich aber ich kann das Leben genießen, ich habe auch mal Ruhe. Ich kenne die Angst nur bedingt, dass mir der Boden unter den Füßen wegrutscht. Ich habe auch keine Machtgelüste, ich taktiere auch nicht. Ich habe einfach nur keine Angst vorm Alleinsein und kann mein Leben selbst bestimmen. Ich fand dich interessant, anders als die anderen, aber deshalb wollte ich nicht mehr. Ich wollte dich nur mal treffen. Mal ein Eis essen. Deine Vorfreude und Erwartungen sind unangemessen, denn für mich ist es ganz unverbindlich. Ich bin eine alleinstehende selbstbewusste Frau. Ich bin kein Opfer meiner Einsamkeit und muss in keine Abhängigkeitsbeziehung gehen, so wie du. Ja, jeder Mensch ist anders. Da haben wir uns also gehörig missverstanden. Ich will mein Leben in meinen Grenzen führen und das gilt es zu respektieren. Das ist selbstverständlich. Nur weil du einsam bist und all deine Grenzen aufweichst, nur um nicht länger einsam zu sein, dann kann ich da nichts dafür. Du hast das zu respektieren. So wie ich es auch akzeptiere, dass du anders bist. Du bist aber eben nur anders, weil du einsam bist und weil du mal Angst vorm Alleinsein hattest, weil die Welt mal über dich zusammengebrochen ist, du passiv wurdest, du deine Selbstbestimmung und Autonomie verloren hast, du bist abhängig geworden, zum Sklaven deiner Einsamkeit geworden. Bist an Menschen geraten und hast sie dir nicht selbst ausgesucht. Bist verwirrt, es ging immer hoch und runter, warst getrieben, aber wusstest nie darum, dass du deine Grenzen suchst, ein zu Hause suchst, deine Autonomie suchst. Du hast dich verlaufen, hast Angst vorm Versagen gehabt, hast dich stets unterworfen und klein oder groß gemacht. 
Ich wollte nur mal unverbindlich ein Eis mit dir essen, mehr nicht und das ist nichts verwerfliches. Was kann ich dafür, wenn du da soviel hineininterpretierst. Was kann ich dafür, dass es für dich gleich was außergewöhnliches ist, was kann ich dafür, wenn es für dich gleich was heiliges ist?

Ich lebe selbstständig, bin eine unabhängige selbstbewusste Frau. Was kann ich dafür, wenn du es nicht bist. Was kann ich dafür wenn du ein abhängiger Mensch bist, was kann ich dafür, wenn du ständig leidest und Angst davor hast, dass die Reflektion dich erschlägt, überwältigt und übermannt, was kann ich  dafür wenn du keinen eigenen Willen hast, deine Gefühle und Gedanken nicht kontrollieren kannst. Was kann ich dafür wenn du aus einer Opferrolle heraus entscheidest, ich aber aus einer Selbstbestimmung, ich aber aus einer selbstbewussten Haltung einer Frau, die alleine klar kommt und klarkommen will.

Spatz und Taube


Und wenn ich meinte ich habe dich sicher, dann warst du weg. Wenn ich dir näher kam, dann bist du verschwunden. Wenn ich dich besitzen will dann musst du weg. Wenn ich mich festlege, entscheidest du dich dagegen. Nie werde ich dich in Händen haben, diese Vorstellung gefällt dir nicht. Du kannst nicht bleiben, du musst weg. Du entscheidest nicht, legst dich nicht fest, willst dein Herr bleiben und da lässt sich nichts gegen einwenden. Jeder hat sein Recht, seine Freiheit. Du willst kommen, willst gejagt werden, ein Leben lang, aber nicht besessen werden. Willst das ständige Spiel, die ständige Neugier, keine Langweile. 


Aber ich will dich besitzen, immer bei dir sein, doch das kannst du nicht ausstehen, dann musst du weg. So bleibt es immer unsicher, immer spannend, aber so gehts nicht. Sollte mich kalt lassen, sollte ich cool und gelassen bleiben, doch das bin ich nicht, denn ich will nur dich. Geht aber nicht, denn bleibe ich ständig nah, musst du weg. Nehme ich dir die Luft, deine Freiheit, überschreite ich Grenzen und das kannst du nicht leiden, du willst nicht bleiben, du willst gehen, frei bleiben, unabhängig bleiben, autonom bleiben. Nie bist du in meiner Hand. In die Hand willst du nicht, du willst nicht die sein, die in der Hand bleibt, die zahm ist. Du willst wild bleiben, willst nicht wissen was passiert, willst es spannend, willst es offen, willst es frei, auf jeden Fall selbstbestimmt sein. Du bist das was sich nicht festlegt, du bist unentschieden, fällst keine Entscheidung, das ist dir fremd. Du willst getrieben sein, willst spielen, willst flirten, immer unentschieden sein. Du willst nicht ankommen, kannst es auch gar nicht. Willst dich selbst verwirklichen und gucken was kommt, was dir so passiert, wer dir da so über den Weg läuft. Und wenns dann passt, dann passt es. Solange bis es nie passiert und dann wählst du den Besten, den Erfolgreichen, den Reichen. Weil du zu lange deine Gefühle zurückgehalten hast, dich nie entschieden hast.


Denn du willst immer die sein, die meint, dass sie alle haben kann. Also hältst du alles offen, hältst alle unsicher, flirtest, aber machst keine Schritt in seine Richtung, wendest dich ihm nicht zu. Flirtest mit, aber entscheidest dich nicht für ihn. Legst dich nicht auf ihn fest, denn dann sind all deine Träume auf den Idealpartner vorbei, denn dann hast du Gewissheit, sowas wie Endgültigkeit, sowas wie Sicherheit. 


Dann bist du in seiner Hand, dann passiert etwas, dann besitzt er dich, dann habt ihr euch entschieden und festgelegt. Dann gehört ihr einander, dann seid ihr verbündet, doch das kannst du nicht entscheiden, dabei wünscht du dir nichts sehnlicher, als diesen einen Partner. Diesen suchst du, diesen erwartest du.



Aber warum hältst du dir dann alles offen? Spielst mit, flirtest mit. Weils Spaß macht, dir ein sicheres Gefühl gibt? Du ständig umschwärmt wirst, aber für alle nur auf dem Dach bist, für alle nur etwas vages bist, für alle nur ein unsicherer Traum bist, weil du es brauchst für deinen Traum? Weil es dir das Gefühl gibt, dass dann der kommt, der dich wachküsst, dem du dich an den Hals werfen kannst? Oder willst du für immer der Single sein? Du kannst es nicht leiden, dich festzulegen, aber du willst es genauso, nur nicht heute. Du wartest auf deinen Traum, auf dein Ideal. Aber flirtest alle mit, spielst alles mit, doch zuwenden und festlegen, das willst du nicht. Du willst deinen Märchenstatus der Prinzessin nicht verlieren, willst weiter träumen, rumfliegen, bodenlos sein, im Himmelsflug sein, das Kind sein und dann doch die erwachsene Frau sein, dann doch dein Ding machen und einfach machen.

Zuwenden, festlegen, entscheiden, das willst du nicht. Du willst flirten, du willst warten. Bis dein Ideal kommt, aber wahrscheinlicher ist, dass du dann den Besten, den Erfolgreichen willst. Also wird dein Ideal zum Optimum. Hast du dich dann fürs Märchen oder für die Liebe entschieden?

genauso

Ich und mein Leben ist genauso toll wie deines, ist genauso normal, genauso interessant. Nicht weniger aufregend. Bist du gewöhnlich wie anderen auch, wie ich auch. Auch ich bin nichts besonderes, bist auch du nichts besonderes. Ich bin genauso gut, nicht minder intelligent, nicht minder an Parties und tanzen interessiert. Habe einen nicht minderen Geschmack. Ich bin genauso toll wie du, nicht minder toll als du. Wir sind auch beide mal langweilig, sind auch beide mal einfach. Sind auch beide mal routiniert und reglementiert, strukturiert. Auch du bist nicht autonomer als ich, auch du hast Probleme. Dein Leben ist nicht bedeutsamer als meins, ist nicht wertvoller als meins. Jeder ist mal ganz einfach, ziemlich gewöhnlich, nicht jeder kann immer glänzen. Ich will dich nicht mehr ansehen als die Göttin, will deinen Bewegungen nicht länger glorifizieren, artifizieren. Auch du bist wie ich, eigentlich ganz langweilig, eigentlich ziemlich berechenbar. Man lernt sich kennen, du bleibst nicht auf ewig das Mysterium. Wir sind beide ganz schön normal, keiner ist größer, keiner ist aufregender, keiner kann alles, keiner weiß alles, keiner glänzt immer. Manchmal ist man ganz schön gewöhnlich und langweilig. Auch du kennst nicht jede Antwort, auch du bist nicht immer toll und sowieso niemals toller als ich. Dein Leben ist nichts besseres, auch wenn wir uns immer etwas neues ausdenken und voller Energie sind, aber toller ist das was du tust, was du liest, wie du liest, wie du trinkst, wie du gehst, auch nicht als was ich mache. Meine Mutter vergötterte auch stets mein Tun, mein Denken und so weiter, doch auch ich bin das nicht, auch ich bin nicht toller, nichts besseres oder besonderes. Auch ich muss das einsehen, auch ich muss aufhören all dieses, also das Urteilen meiner Mutter, auf dich zu projizieren. Auch du bist nicht toller, auch wenn es mir immer so scheint. Als gingest du in Zeitlupe, als wäre dein Geschmack vom anderen Stern. So habe ich immer das nachsehen, doch auch du bist nicht toller als andere Frauen, nicht toller als andere Menschen und erst Recht nicht toller als ich. Wir sind beide toll, interessant, gewohnheitsbedürftig, aber du bist nicht besser als ich, nicht großartiger. Du bist nicht wie ich, aber auch nicht toller als ich. Wir machen nicht alles gleich und doch sind wir gleiche Menschen. Wir unterscheiden uns, aber insgesamt sind und bleiben wir beide immer mittelprächtig, mittelmäßig. Man muss das lernen, einsehen. Bist auch nicht größer als ich oder als andere. Ich liebe das, aber ich will es nicht mehr vergöttern, will es nicht mehr glänzend, unwiderstehlich sehen nur weil du deine Art hast, die aber doch ein jeder und ich auch habe. Ich will mich nicht aufwerten, dich aber auch nicht. Will mich nicht länger abwerten und zu dir in Wettkampf stellen. Wir sind ganz schön mittelmäßig und einfach, nichts besonderes.

Ich solle doch mein Beuteschema ändern

Warum kann ich dich nicht bekommen?
Was spricht dich nicht an?
Was stößt dich ab?
Warum können wir kein Paar werden?

Eine andere mag genauso hübsch sein
Aber warum wird die andere besser passen?
Warum wäre es mit ihr weniger schmerzhaft?
Warum wäre eine andere idealer?
Was unterscheidet euch, was unterscheidet uns?

Es ist nicht der Typ, aber was dann?

Flirtest du anders? Siehst du etwas anderes?
Reagierst du anders? Was macht dich so anders?
Was verstehe ich einfach nicht?

Warum bekomme ich die die genauso hübsch ist, eher als dich?
Weil du dich nicht entscheiden kannst?

Die will ich haben
Aber warum kann ich die nicht haben?
Weil ich stürme?
Weil ich nicht warten kann
Sie sich nicht entscheiden kann
Ich so sehr verliebt
Aber sie cool und kühl ist?

Mittwoch, 25. April 2012

Histrion - Narzisst - Egoist

Verführst, weil du nicht anders kannst. Kokettierst, Flirtest, weil du nicht anders kannst. Du musst das machen, ob du es auch wirklich willst, das weiß ich nicht genau. Du musst spielen, brauchst Aufregung, du musst den Mittelpunkt herstellen, weil du nicht anders kannst. Alles ist eigentlich flüchtig, dabei meinst du du wärst tief, dabei willst du Tiefe, aber du kannst es nicht. Kannst es auch nicht zulassen, aber es ist das was du willst. So bist, so bist du geboren, so bist du erzogen worden. Du kämpfst mit deinen Konflikten, aber eigentlich weiß du gar nicht um sie Bescheid, denn du kannst sie nicht sehen, weil du an ganz anderen Fronten kämpfst, weil du dann vielleicht meinst, man erkennt das eigentliche Problem nicht, doch gerade das können wir sehen, aber du nicht.

Was willst du? Tiefe, Rettung, erkannt und entdeckt werden und dich dann doch abwenden? Eigentlich willst und brauchst du nur mal wieder Anerkennung, ein Feedback, das Gefühl, dass du was besonderes bist und dich dann doch wieder verabschieden, denn dann findest du es ja wieder Scheiße, dass man dich für etwas besonderes hält, aber eigentlich willst du nur das.
Und ein Problem lösen, das willst du auch, denn auch du träumst von Leidenschaft, von der Verführung und der Erlegeung, aber kannst es immer noch nicht zulassen. Das ist dein Wunsch, dein Trieb, dein Bedürfnis. Doch die Prinzessin kann es nicht regeln und deshalb leidet sie auch an ihrem Gemüt. Niemand kann es ihr Recht machen, dabei will sie doch auch, wie jeder andere auch, einfach nur mal schön animalisch gefickt werden. Aber sag es nicht zu laut. Doch sag es laut. Und dann will ich doch wieder was anderes, denn ich habe dann doch Angst entdeckt zu werden, ich muss abhauen, mir wen anderes suchen, ich halte Tiefe nicht aus, dabei ist es das was ich will. Und gefickt werden, das will ich auch. Auch endlich mal so versaut und pervers wie die anderen sein. So wie man es immer von den anderen hört, das will ich auch und ich sage es laut.

Dienstag, 24. April 2012

unverbindlich / kalte Schulter




Das Schlimmst muss nicht der Korb gewesen sein, nicht die kalte Schulter und die Unerbindlichkeit. Schlimmer wohl, dass es eine Affäre war. Ich Affären hasse.
Warum sollte ich der einzige gewesen in deinem Bett. Warum solltest du nicht auch mit anderen besonders teilen. Du bist ein aktiver Mensch, ein Mensch, normal, auch gewöhnlich, ein sexuelles Wesen. Du hast Sex und das sollte wohl Fakt sein. Auch deine Lust, deine Freude, dein Glück Fakt ist. Du bist nicht das einsame Wesen, dass ich mir immer wünschte. Du kommst klar, bist selbstständig, angekommen, zu Hause und vor allem ein sexuell aktiver Mensch. Nichts ist schlimmer für mich und das verfolgt mich den ganzen Tag, permanent, seit Jahren. 


Eifersucht, Neid. Deine Lust auf Sex. Dein Einlassen auf Affären. Du bist menschlich, aber warst meine Göttin. Das verträgt sich wohl nicht. Ich bin enttäuscht, dass du nicht hältst, was du versprichst, was ich erwartet habe. Meine Traumfrau tut das nicht.

Montag, 23. April 2012

Seinen Scheiß machen



Morgens aufzustehen nur an das zu denken, was ansteht. Nur auf das konzentriert was kommt und daran zu arbeiten. Dem nicht länger aus dem Weg zu gehen. 

Eine Anspannung, eine Konzentration und trotzdem irgendwie gelassen zu bleiben, gelassen zu werden.
Wie fühlt sich das an? Man sieht weniger das nichts, sondern vielmehr den Scheiß. Doch ohne diesen Scheiß, ist das Nichts, diese Leere, Einsamkeit, diese Qual, aber auch das Alles. 
Man fällt die Entscheidung für das "Wesentliche", für das Anstehende, das Kommende, die Arbeit. Man quält sich wieder dahin und sieht es nun wieder anders. Man lässt etwas hinter sich. Man beschäftigt sich weniger mit der "Nichtsfüllung", mit dem "Drumherum", mit den "Dämonen und den Geistern". 



Man ist konzentriert wie ein Jurist, konzentriert wie ein BWLer. Wie ein Spießer, wie ein Banker. Es interessiert nicht mehr die Leidenschaft, es interessieren dann keine Quälgeister mehr. Man bahnst sich seinen Weg, seinen Erfolg, man bahnt sich seine Karriere, nimmt sich das Leben, vor allem selbstbestimmter Weise und was ist schlecht daran? Irgendwann sollte man wohl diesen Weg machen. 

Jeden Tag aufstehen, dahin gehen, konzentriert und diszipliniert machen, sein Ding und seinen Scheiß machen. Und was ist falsch daran. Wie ein Jurist, wie ein Banker, geradlinig, auf das "Wesentliche" und nicht auf Fragen des Lebens oder der Stimmung, des Selbst konzentrierend. Das war mal das Ding, sollte es nicht mehr sein, denn es nimmt dir deine Bestimmung, löst sich auf, nimmt dir deine Selbstbestimmung, deine Autonomie.



Gibt dir aber Depression, nimmt dir Glück, nimmt dir Freude, nimmt dir den Spaß. Doch du bist überzeugt davon und hasst den Sinn des Lebens. Du bist überzeugt davon und wünscht dir eine Selbstmordgesellschaft eine dunkle Gesellschaft. Wünscht dir eine Gesellschaft der Anomie, des Chaos, der Erleuchtung, des Erwachens. Aber vielleicht sind alle längst erwacht und selbstbestimmt. 
Oder sie kommen eben anders und langfristig an die Fragen des Lebens, des Selbst und sowieso ist Weisheit kein Wettkampf. Wir kommen alle gleich auf die Zielgerade. Doch wer war bis dahin glücklich, wer hat etwas erreicht?

Hört nicht einfach so auf


Absurde Gedanken, absurder Zorn. Alles Kleinigkeiten und vielleicht Eifersucht auf deinen Willen, auf deine Stärke, auf dein Selbstbewusstsein.


Zu sehen, dass du glücklich bist, dass du lustig bist. Zu sehen, dass du anders bist, als das ich es mir vorstellte. Du bist nicht traurig, nicht verloren. Ich bin oder war das, aber nicht du. Dir geht es gut, machst dein Ding. Klar hast du auch Probleme, gehst nicht immer konzentriert gerade aus, aber dir geht es gut. Hast ein Leben. Kannst mit Sonnenbrille rausgehen, trägst Make-up, trägst Nagellack, kaufst edle Dinge, edles Mobiltelefon, exklusive Dinge, nicht jeder trinkt Almdudler, Rothaus, nicht jeder kauft sich ein MacBook. Du bist exklusiv, bist edel, hast Geschmack, dir geht es gut. Bei dir läufts doch ziemlich gut, du verkackst nicht, versinkst nicht in Selbstmitleid, jammerst nicht oder von all dem eben nicht zuviel. Du kommst immer wieder raus, du kriegst immer wieder dir Kurve. Klar versinkst du auch mal, aber du kommst wieder raus. Auch du findest nicht immer deinen Frieden mit deiner Vergangenheit, aber du jammerst nicht. 

Du kannst vor allem drauf scheißen, was andere denken, du machst einfach und das mache ich nicht, nicht weil es mir wichtig ist, was andere gerade denken, sondern weil es mir wichtig ist, wer ich bin oder war oder sein will. Ich will rein sein, aber schaffe es nicht, während du genau darauf scheißen kannst, denn dir bleibt es einfach wichtiger, dass es dir egal ist, was andere denken, damit du weiter einfach machen kannst. Ich trage keine Sonnenbrillen, erst Recht nicht diese RayBan-Brillen. Sind wir ganz anders oder ist es einfach nur ein absurdes Denken und Verhalten von mir? Ist das wichtig, hat das was zu sagen? Sagt es etwas darüber aus wer du bist? Wie du denkst? Ob du glücklich bist oder nicht? Ob du arrogant oder cool bist?
Alles Scheiße und es hört einfach nicht auf. Warum sollte es auch auf einmal aufhören? Wenn ich vor allem keinen Frieden damit machen. Vielleicht sind wir ganz ähnlich, aber doch ganz anders.




Samstag, 21. April 2012

Dienstag, 17. April 2012

Sie und Er

Sie:
"Ist doch kein Problem, dass du kein Geld hast"

Er:
"Doch, ist es, denn ich sehe die Welt ganz anders. Für mich ist nicht alles lustig. Ich muss mich Sorgen. Bin angespannt. Kann nicht vergessen, muss meine Probleme, meine Aufgaben des Alltags an mich reißen. Ich kann nicht einfach so auf die Kacke hauen. Ich muss mich ständig konzentrieren, weil ich nicht will, dass mir etwas davonfließt."

Sie:
"Oh, das kann ich verstehen, aber ich kann mich nicht ändern, darauf kann ich keine Rücksicht nehmen, denn dann empfinde ich kein Glück, keine Freude mehr. Vielleicht wäre ich dann so traurig wie du und das will ich nicht, kann ich nicht ertragen und will ich auch nicht aushalten, muss ich ja auch gar  nicht."

Er:
"Dann lass es uns trotzdem ausprobieren. Können wir zusammen Spaß haben? Vielleicht können sich unsere Arten von Humor ergänzen. Vielleicht können wir von einander lernen. Vielleicht kannst du etwas von meinem Ernst gebrauchen und sowieso bin ich nur ernst, wenn ich zuviel mit mir alleine ausmache und nachdenke."

Sie:
"Ich weiß nicht. Ich glaube, ich muss das nicht lernen. Auch ich bin mal ernst, so wie du auch. Aber wenn wir aufeinander treffen will ich mit meinem Gegenüber mich austauschen. Egal ob lustig oder ernst. Du aber bist einseitig, einseitig selbstbezogen oder nur auf mich fixiert. Du bist verliebt und das geht nicht. Das macht mich zum Einsiedler und einsam, weil wir keine Partner auf Augenhöhe sind."

2min. Zeitgeschichte zur U-Bahnstation im Kölner HBF














Montag, 16. April 2012

Ich lege da keinen Wert drauf - mache mir nicht mal Gedanken darüber



Aber dir ist es wichtig welche Zigaretten man raucht
Welches Handy man hat
Du hast zu allem eine Meinung, eine Wertung
Mich interessiert das nicht
Da mache ich mir keinen Kopp drum

Ich muss kein MacBook haben
Ich muss meine Wohnung nicht im Detail schmücken
Mir ist es auch egal, was für Musik du hörst

All das sind Kleinigkeiten
Wohl keine Liebe hängt davon ab
Und doch ist für dich so ein Scheiß zentral
Scheiß drauf, ob du Rap hörst
Scheiß drauf, ob du Rock hörst

Ja, du scheißt drauf
Und hast doch zu allem Scheiß ne Wertung, ne Meinung parat
Habe ich auch, aber sie ist mir scheißegal
Muss ich daran keinen Gedanken verschwenden
Klar, ich mag schöne Handys auch
Aber eigentlich reicht es mir, wenn es funktioniert
Ich mag dieses oder jenes auch lieber
Aber ich kann Verzichten
Muss ich auch

Schon der Kohle wegen, kann ich keinen detailierten Gedanken verschwenden
Eigentlich, bin ich wohl der, der die nicht mag, die Gedanken daran verschwenden
Ist doch scheißegal
Ich ärger mich über Leute
Du auch, du findest vielleicht Leute scheiße, die das falsche Handy haben
Die, die die falschen Kippen rauchen
Die falsche Musik hören
Oder magst du einfach die Leute nicht, die eben nicht einfach machen
Und darauf scheißen sollten, was du gut findest
Ja, das wäre besser gewesen
Der zu sein, der einfach weiter seinen Scheiß macht

Und sich nicht darüber aufregt, das man anders ist
Dies und das nicht hat
Es anders sieht
Oder es gar nicht sieht

Ich kann das gar nicht sehen, was du siehst mein Schatz
Vielleicht ist mein Geschmack auch ganz anders
Vielleicht habe ich nicht deinen genialen Geschmack

Ich muss kein MacBook haben
Kann ich mir auch gar nicht leisten
Mir ist diese scheiß Ästhetik scheißegal
So darf mein Handy auch tausend Knöpfe haben
Bei mir muss nicht alles superedel sein
Ich muss keine edlen Getränke trinken, die mich schmücken
Kein Almdudler, kein Heineken, kein Rothausscheiß

Du hast zuviel Geld mein Schatz
Du hast zuviel Zeit mein Schatz
Dass du dir darüber Gedanken machen kannst
Ich muss zusehen, wie ich meine Arbeit schaffe, mein Studium schaffe
Mein Lebensunterhalt ranschaffe
Ich kann mir keinen Kopf über Schmuck machen
Ist mir zu affig
Bin ich zu faul
Vielleicht auch nicht das Talent
Ich muss mich damit nicht beschäftigen
Ich verzichte

Bei dir ist alles geleckt, alles ausgedacht
Bis ins Detail durchdacht
Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon
Ein bisschen nach rechts und ein kleines Stückchen noch nach oben
Ja, so ist es perfekt
So lässt es sich leben
Ich habe alles durchdacht, das ist dein Geschmack
Ich scheiß drauf, also siehts bei mir auch scheiße aus

Ja, wir haben nen guten Geschmack
Aber ich lege keine Wert darauf
Mache mir kaum Gedanken
Ich geh einfach raus
Zieh mich einfach an
Kauf mir diesen Laptop
Dieses Handy
Diese Musik

Auch ich mache einfach
Aber ich habe zuviel auf dich geschielt
Du hasst mich beeinflusst
Ich wollte dir Gefallen
Habe ich nicht geschafft
Aber wohl eher, weil ich nicht weiter mein Ding machte
Mir nur Gedanken zu deiner Scheiße machen konnte
Zu deinem genialen Geschmack

Na dann, wie gesagt
Viel Spaß bei deinem Gesamtkunstwerk

Sonntag, 15. April 2012

Aus Einsamkeit widerspreche ich nicht, bin ich unsexy abhängig


Kann ich dir nicht sagen, was ich mag
Ich staune, wie klar du sagen kannst was du magst
Was du nicht magst
Du scheinst unabhängig

Keine Angst vorm Alleinsein zu haben
Machst dein Ding, deinen Scheiß
Bist wild, unabhängig, frei
Ein Single, ein Junggeselle

Ich bin eifersüchtig
Will dich nicht verlieren
Also überlege ich mir nochmal meine Meinung
Kann ich es nicht stehen lassen
Hat es für mich Gewicht
Mache ich mich abhängig
Kann ich nicht alleine sein

Zwar bin ich stets alleine
Aber ich lebe alleine nicht
Genieße nicht
Bin lethargisch, melancholisch
Verzweifelt
Verwirrt und einsam

Ich will die Leere füllen
Nur mit dir
Dafür überlege ich mir meine Meinungen
Meine Geschmäcker
Und ich bin erstaunt wie klar du bist
Wie fundiert
Und ich wünschte wir würden uns in nichts unterscheiden
Also passe ich mich an
Revidiere ich

Sexy ist das nicht
Ist anhänglich
Kindisch
Unmännlich


Auch das ist Liebe
Aber vielleicht nicht deine Art
Ich ändere mich
Nicht allein für dich
Wollte ich sowieso lernen
Muss ich durch
Durchs Tal der Einsamkeit
Bewusst durchleben, bewältigen

Dann hat all der Scheiß kein Gewicht mehr
Dann ists egal
Wirds zum Spiel, Spaß, Genuss und Freude
Ach wie schön ists Erwachsen werden

Samstag, 14. April 2012

Liebe Liebe,




und es ist so, dass es ein Unterschied ist, wie lange man schon in einer Metropole lebt. Ich kam frisch vom Dorf. Aus unserer bescheidenen Heimat. Du weißt, wie es heute dort ist, dass es etwas anderes ist, wenn man zwischen Großstädten pendelt und auf Reisen ist. Man wird weltmännisch, das bedeutet ein ganz anderes Lebensgefühl.
Ich bin angekommen, bleibe aber unzufrieden und fühle mich als Versager, denn du bist schon zwölf Jahre großmännisch, während ich noch im Dorf an mir arbeiten musste.

Es geht nicht um ein Lachen, um keinen Triumph. Es geht mir um unsere Augen, Gefühle und Einstellungen, die sich aber nicht annähernd gedeckt haben. Für die Liebe ist das nicht wichtig, aber fürs Kennenlernen. Mir war immer klar, dass du diesen Vorsprung hast. Du musstest all die Jahre nicht in scheiß Therapie gehen. 
Auf Grund deines uneinholbaren Vorsprungs (der aber im 'jetzt' sofort unserer beider Augen gleich ist; ich hoffe du verstehst), hattest du Macht über mich, selbst wenn du sie niemals wolltest. Du hattest einen 'Draufblick' und der ließ mich auch nie los. Du hattest die Ruhe und warst damit immer in einer Position, die mir voraus ist; leider aber auch, weil ich dir die Position immer gegeben habe. Diese Position ist überflüssig und löst sich auf, entzieht sich also der Macht, Besessenheit und Kontrolle, wenn ich auch in Ruhe und im Jetzt bin. Dann ist es friedlich und zufrieden stellend, dann sind wir gleichstark, dabei soll es gar nicht um einen Wettkampf gehen.

Du bist nicht Schuld und nicht verantwortlich, aber meine nächst gelegene Ursache; diese will ich bis heute aus der Welt, aus meinem Geist schaffen, aber es gelingt mir nicht, denn ich habe dich perfektioniert.
Diese Macht- und Wettkampfspiele tangieren und stören mich permanent. Ich freue mich über Parallelen und Gemeinsamkeiten, aber deine Andersartigkeit, deine Lust und Leidenschaft, deine Eigenwilligkeit und Selbstgenügsamkeit, nerven mich immerzu. Ich muss dich besiegen oder aber an mich binden können. Beides ist mir nicht gelungen, daher die Wut, das Stalken.
Selbst wenn ich das eine Problem befriedigen konnte, stellt sich gleich das nächste an. Auch wenn es sich wiederholt, fühlt es sich immer neu, überraschend und ohnmächtig an. Auch du wirst das aus deinem Geist kennen. Es ist unendlich und variabel. Du hast andere Worte dafür, aber auch du kennst den ewigen Kreislauf der Wut, Freude, der Höhen und Tiefen, der Schmerzen und der Hoffnung. Aber du bist mein Platzhalter, ich nicht deiner. Ich wünschte, ich hätte in Berlin die Ruhe, Freude und Zufriedenheit mitbringen können. Den 'Gleichstand', um sich wirklich nett kennenzulernen.




Und es ist so, ich hasse Sonnenbrillen. Wahrscheinlich, weil sie ein Ausdruck von Glück, Zufriedenheit und Gelassenheit sind. Aber eigentlich ist es auch so, dass mich die Psychiatrie bzw. Psychologen, zu einem Weichei gemacht haben. Ich war mal ein Kind der Straße, wusste mich durchzuboxen, war unabhängig, bis Psychologen meinten, mich domestizieren zu müssen. Sie suggerieren dir einen Weg im System, wollen dir einen glücklichen Weg aufzeigen, eigentlich auch Selbstbestimmung, aber sie nehmen dir deine Autonomie, verbiegen dich, spülen dich weich. Man kann sich auch nicht dagegen wehren, denn sie zeigen dir einen vernünftigen logischen Weg auf, dem man nur entkommen kann, wenn man sich selbst widerspricht. Nur dann kann man sich dem auch wieder entziehen und seinen eigenen Weg wieder gehen, den man für die Psychiatrie unterbrochen hat.
Ich will ihr die Schuld geben, auch wenn man sich freiwillig in Behandlung begeben hat. Natürlich trage auch ich dazu bei, dass man weichgespült wurde, aber das liegt eben nur daran, dass man zu nett und zu freundlich war, missverstanden wurde, man sich präsentierte in Höflichkeit, darauf festgenagelt wurde, obwohl man in Tatsache wer ganz anderes ist.

Die Weichspülung und Verbiegung findet statt, weil man koaliert, aber eigentlich ist man jemand, der gar nicht koalieren will. Also geht man Kompromisse ein, denen es sich nur noch schwer zu entziehen lässt. Sowieso ist man zu nett. Hat nun diese Leute in seinem Kopf, die dir Ratschläge geben und dich nicht mehr selbst machen lassen, dabei meinen sie immer, dass Selbstbestimmung das Ziel sei, was aber ebenso ein Widerspruch ist, weil sie dir dein eigenes Ziel nehmen, dass du selbst bestimmt hast. Wenn ich eine tolle Liebe will, sie dir aber zu einer netten raten, dann haben sie mir mein wichtigstes selbst bestimmtes Ziel genommen und das soll eine Therapie sein, eine Hilfe? Wenn sie dich weichspülen und zu einer netten Frau raten? Für mich ist die Liebe das A&O im Leben und ich bin lange zum Psychologen gegangen, aber damit muss nun endgültig Schluss sein. Wenn ich eins hinsichtlich der Autonomie gelernt habe, dann das ich mir meine Liebe selbst aussuche und mir nicht vorschreiben lasse, auf welchen Typen ich achten soll. Ich will wieder frei von der Psychologie sein, ich will lieben wen ich will, auch wenn ich bei dir längst alle Grenzen überschritten habe. Kann sein, dass es so kommen musste, um einzusehen, dass ein Psychologe mich nur verbiegt. Um einzusehen, dass die Freiheit auch mein größtes Gut ist, sie sie mir aber verbieten. Ich weiß, meine Freiheit hört da auf, wo andere ihre Freiheit haben, ihre Grenzen zu setzen.

Ich weiß nur, dass es mir scheiße geht. Nichts bleibt haften, warum sollte ich mir auch noch auf irgendetwas etwas einbilden? Das einzige was noch Fakt ist, ist, dass ich stalke. Eine Grenze überschritten habe, die ich nicht mehr rückgängig machen kann.
Vielleicht schaffe ich auch mein Studium nicht mehr. Keine Ahnung, was ich machen soll. Klar, ich sollte lernen, also studieren, aber es geht nicht, ich kann mich nicht konzentrieren. Also schreibe ich viel. Eigentlich nur dir.
Du bist glücklich, zufrieden, ich weiß es. Ich aber bin es schon lange nicht mehr. Nicht erst seit dir und ich will auch kein Mitleid. Manchmal habe ich schöne Minuten, manchmal sogar Stunden, aber irgendwie scheint mein Leben ganz anders zu sein, als das der Anderen. Ich will nicht jammern, trotzdem ist alles scheiße, auch nicht erst seit gestern. Ich will ja glücklich, ich will ja zufrieden sein, aber ich weiß  nicht wie es geht. Es scheint, als würde alles von dir abhängen, auch wenn das auch keine Lösung, keine Erlösung sein kann, wie ich es einmal dachte.
Manchmal sehe ich eine Perspektive und das fühlt sich gut an und ich denke man geht diesen  Weg auch, aber das fühlt sich nicht gut an. Irgendwann wacht man auf und man ist angekommen, aber bin ich dann glücklich? Ich glaube nicht. Also könnte ich genauso gut auch heute glücklich sein, aber es geht nicht, das Gefühl stellt sich nicht ein. Eigentlich sind es ständig schlimme Gefühle, aber wie gesagt, ich will nicht klagen, ich will kein Mitleid. Ich will auch schon lange nicht mehr in Selbstmitleid versinken, also versuche ich zu arbeiten, doch trotz allem ist einfach nur alles schwer, langweilig, anstrengend. Kein Genuss, wenig Aussicht. Was soll ich vom Leben wollen, wenn mich eigentlich nichts wirklich interessiert?

Ich will frei sein. Aber die Freiheit, die man sich nehmen kann, interessiert mich heute nicht und ich weiß auch, dass sie morgen, das noch einzig Interessante sein kann. Ich habe das Wissen darum, die Erkenntnis, aber ich kann nicht danach handeln, weil ich unglücklich bin, einsam bin und deswegen muss ich mir keine nette Partnerin suchen, mit der ich es schaffe. Ich will es alleine schaffen, auch mal alleine glücklich sein können. Meine Befürchtung aber ist, dass das genauso Utopia ist, wie es utopisch ist mit einer tollen Frau wie dir ein Paar zu sein.
Nichts wünsche ich mir mehr, als eine liebe Antwort von dir, dass du mich noch magst, vielleicht nochmal kennenlernen willst. Aber im Gegenteil du bist fort und ich schreibe ins Nichts. Wahrscheinlich für den Mülleimer.  Ich wünschte, du würdest mir sagen, wie gut ich bin, dass du mich gerne liest, dass du eigentlich gerne bei mir wärst, es aber nicht geht, weil Krieg oder sowas wäre. Leider ist das nur schöne Träumerei. Die Wahrheit ist, dass jedes Wort Grenzen überschreitet.

Ich bin Mann geworden, aber war es nicht. Das sollte nicht so sein. Am liebsten wäre ich dir immer Mann gewesen. Das will ich drehen, aber es ist wie alles andere auch utopisch. Also muss ich mich mit der Realität abfinden, in der du aber keinen Platz mehr einnimmst. Ja, das kann ich sehen, aber es macht mich unendlich traurig und wütend. So, als wärest du gestorben. Ich hasse den Tod lieber Menschen, davor habe ich schon heute Angst.


4. Blatt. Es ist nun Samstagabend.
Manchmal gelingt es mir zu sehen, dass du mich immer geschätzt hast, dass es dir nie um Macht ging, dass wir gleichständig waren und sind, auf Augenhöhe immer waren. Leider konnte ich das aber nicht sehen. Ich hätte nie geglaubt oder nie so ganz, dass du dich ernsthaft für mich interessierst und mich kennenlernen wolltest. Schließlich habe ich mich nur dir gegenüber wie ein Versager gefühlt, ohne Selbstbewusstsein. Ich musste damals meinen ganzen Mut zusammen nehmen, um dich in Berlin besuchen zu kommen. Ich war erst noch auf den Weg zu meiner echten Größe.

Alles ziehmlich bekloppt und das ist es ja auch bis heute geblieben. Für mich schwer, wieder zu realisieren, mich zu finden, fassen und die Grenzen, wieder zu ziehen. Ich bin ein Idiot, stalke, aber du hast die ganze Scheiße ja miterlebt. 
Es gibt kein zurück, gibt es nie, ob es was zu bereuen gibt, das wird man erst noch zukünftig sehen. Das Schicksal soll ja zu einigem gut sein, manchmal denke ich aber, ich führe kein eigenes Leben, nicht wirklich aus mir selbst heraus. Ist wohl so, wenn man irgendwann nur noch nachdenkt. Zwar findet das Denken sowieso nie ein Ende, das weißt du, aber manchmal sind Denken, Tun, Arbeit, Genuss und oder was weiß ich noch, im Einklang, irgendwie läuft es dann und das fühlt sich echt gut an. Zuversichtlich. Man selbst fühlt sich wertvoll.

Es geht also um kein Lachen, keine Macht, kein Triumphieren, aber darum über sich selbst Macht zu haben, ein Bewusstsein zu haben und zu sehen, dass auch andere nie Macht über dich hatten und haben, haben werden.


Ich glaube irgendwann gehen die Augen wieder auf und man sieht, wie es wirklich war. Das ich dir immer ungerecht war. Schon einmal hast du mir verziehen und ich will auch gar nicht, dass du mir ein zweites Mal verzeihst.
Sowieso bin ich immer noch tief erschüttert, auch enttäuscht, dafür kann niemand was. Und ich weiß heute auch, dass ich morgen weiter gekränkt sein werde, auch wenn es Schwachsinn ist. Du hast damals nichts falsch gemacht, dennoch bleibt es für mich schwierig, dass du mir nicht "gehörst" und daher auch weiter mein Schwierigkeit, dir  die Lust, wie z.B. auf Sex, zu gönnen. All das u.v.m. wird die nächsten Tage, Wochen und Monate, sowieso wieder auf mich zu kommen. Erst Recht die Wut, alles wird sich wieder von Neuem wiederholen, auch wenn ich heute zur Erkenntnis komme, dass du mich immer gleichständig geschätzt hast, dass wir uns vorher ja gar nicht kannten. 


Ich will und kann dir auch fast alles verzeihen. Es ist nunmal so passiert, hat sich so ergeben, aber ich habe dich verloren, mich verloren. Ich kämpfe um dich, aber auch darum, wieder klar sehen zu können, mich wieder gefasst und zuversichtlich zu fühlen.
Du hast mir schonmal verziehen, aber ich kann es nicht, weil ich mehr gesehen und gefühlt habe, auch wenn es von deiner Seite wohl nie dagewesen ist. Es bleibt die Wut, das ich einmalig war, eine Affäre, ein Onenightstand. Die Angst, der Zorn, dass du auch weitere Affären hast. 

Du erkennst meine Wiederholungen, mit denen ich keinen Frieden machen kann. Ich will, dass du glücklich heiratest, nicht, dass du glücklich fickst.

Assoziation Liebe, Hass und Enttäuschung

Schon vor ein paar Jahren war klar, dass es sich im Kreis dreht und das nichts neues hinzukommt. Ich denke an sie, weil ich es will, nicht anders kann, aber weil es auch einfach passiert, es einfach einfällt. Weil Assoziationen im Alltag zahlreich sind. Weil das was ich denke, schon eine Assoziation sein kann, ein Urteil, ein Feststellung, eine Tat. Ich tue nix dafür, sie fällt einfach ein. Vielleicht ist sie konserviert, vielleicht gehe ich in ihr. Es sind Kränkungen, Verurteilungen, Gemeinsamkeiten, Andersartigkeiten. Mal gibt es ein Pluspunkt und dann wieder den Minuspunkt. 

Sie ist in mit und ich werde sie nicht los, aber es stimmt, ich will sie auch gar nicht vergessen. Trotzdem kann ich nichts mehr tun, wie eine Eigendynamik, wie ein Automatismus. Das Schöne will ich ganz schnell vergessen, nur noch das Schmerzhafte erinnern und ausschalten, aber das ist müßig und sowieso sollte ich mich auf meinen Alltag konzentrieren, auf seine Aufgaben und Pflichten, denn mir droht meine "bessere" Zukunft, davonzuschwimmen.


Dieser Mensch ist ganz weit weg, viele Hundert Kilometer, aber sie ist immer in mir, um mich, immer da. Sie ist nicht da, interessiert sich auch nicht mehr für mich, aber ich kann es nicht lassen. So viel steht fest. Was kann ich also damit machen? Kann ich nebenbei bemerkt, froh sein, dass ich überhaupt noch schreiben "darf". Also was kann ich damit, mit ihr machen? Mit diesem Traum der Vergangenheit, dem ständigen unsichtbaren Geist? 
Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr zu lachen, nicht mehr glücklich zu sein, nicht mehr zu triumphieren und das über Monate, vielleicht Jahre und dann zu schauen, wo ich rauskomme. Es wird wohl nur über die Arbeit gehen, übers eigene Schaffen, über die Konzentration auf das Schwierige, das kommt und es kommt unter Garantie. Diese Bedrohung, dieses mögliche Scheitern, abzuwenden. Die existentielle Not und noch härtere, weil zeit- und energieverschlingende, Arbeit, vermeiden. Das Schicksalsblatt wieder zu drehen. Dieses Kapital des Schicksals meistern, bewältigen und die Hürde oder Stufe nehmen. Andernfalls, dreht sich zwar auch das Schicksalsblatt, aber es schlägt eine Seite des Scheiterns auf, eine dunklere, pessimistischere Seite. Die Seiten des nächsten Kapitels, sind wohl die entscheidenden, auch wenn es auf der ebenso möglichen Seite des Scheiterns, auch zum Lebensglück kommen kann bzw. die "erfolgreiche" Seite, nicht ein Lebensglück bedeuten soll. Aber es würde sich dann besser anfühlen, würde sicherlich Türen öffnen, freier in meinen Entscheidungen machen, ich könnte meine Zeit sicherlich bestimmter gestalten, selbstbewusster, selbstvertrauter und wohl darauf kommt es an. Ist es das, was mir wichtig ist. Es priviligiert. Macht reicher, sicherer, unabhängiger. So lässt es sich in finanzieller Not, besser mit einem Abschluss leben, als ohne. Mehr Ruhe, Zeit und Genuss. Mehr Ruhe zum Gucken, Ausschau zu halten, einen Kassensturz zu machen, so wäre der Abschluss ein "Haben" und Haben ist banalerweise besser, als nicht haben. Ein ganz anderes Gefühl. Es ist nur ein Schein, ein Abschluss, eine Qualifikation, nur ein Dokument zu einem Zeitpunkt, aber davon hängt ein Leben ab, also viele Jahre. Also lohnt es sich und doch kotzt es mich an. Und doch nimmt es auch Freiheit.
Es ist Angst. Resignation. Die Sorge um die Bedrohung, die Sorge um die mangelhafte Konzentration.

Freitag, 13. April 2012

Arbeit und Schmerzen








Ich glaube es kann die Heilung geben


Ich glaube, dass es sowas wie einen Trick geben kann. Frei zu werden von den Blockaden, den Schmerzen, dem Leiden, der Verwirrung und der fehlenden selbstbestimmten Konzentration. 

Wie? Weiß ich noch nicht. Sich mit den Schmerzen auseinandersetzen, die Schmerzen und das einsam sein damit akzeptieren. Die Schuld in Allen ist, auch in dir und trotzdem bleiben die Schmerzen. Kann ein Weg die Arbeit sein, wenn der Genuss nicht möglich ist. Kann der Genuss die Anschauung und das Wachsen des Werkes sein, mehr ist wohl nicht drin. Vielleicht ein lebenslanges Schaffen, Arbeiten und Knechten. Geht es aber immer darum, um seinen Willen zu kämpfen, um seine Konzentration und Autonomie.


Ich kann lernen Frieden zu machen, zu akzeptieren, verzeihen und zu vergeben. Dass ich damit auch aufhöre meinen Mitmenschen etwas anzulasten, dass ich auch mir nichts mehr anlaste, sodass sich mein Umfeld ins Neutrale oder Positive verkehrt, dass es mich nicht mehr mitnimmt oder belastet oder zu Nahe kommt. Dass mein Umfeld den blockierenden Einfluss auf meine Konzentration und Schaffen verliert. Muss es nicht freudestrahlend sein, aber mit der Einsicht der Auflösung, wird es weniger an mir ziehen, mich weniger bestimmen, mich weniger mitnehmen, beeinflussen, blockieren. So freut man sich immer über ein Lächeln im Umfeld, scheint dieses dann deine Zukunft und dein Schicksal neu zu definieren, also dieses positive Feedback, doch wird es besser, wenn es mich nur noch für eine Sekunde berührt, ich nicht mehr darüber nachdenken muss, weil ich über Ursache, Wirkung, Auswirkung, Macht, Manipulation und weiteres meinen Körper, meine Augen, also meinen Standpunkt verdreht habe. Vielleicht nun wie alle anderen auch.

Eine kurze Berührung, ein kurzer Einfluss und nicht von den Emotionen der Umwelt, des Umfeldes, allzu sehr abhängig zu sein.

Wir sind keine Babys mehr, sind nicht mehr abhängig von der Stimmung der Mutter, nicht mehr ausgeliefert an unsere Umwelt. Bleiben wir zwar sensibel, aber gewinnen einen autonomen und gewillten Umgang damit, dass uns Andere weniger stark beeinflussen und verunsichern ohne rücksichtslos zu sein. Dass ich mich nicht mehr der Einsamkeit aushändige und nicht mehr frei nach meinem Willen gehen kann. Ich muss kein Diktator, kein Regisseur werden und sowieso wird man sich den äußeren Einflüssen nie ganz entziehen können. Darüber hinaus bleibt es das A&O in der Liebe, die Gedühle des Partners wahrzunehmen, rücksichtsvoll zu sein, vorsichtig, ihn Kennenzulernen, aufmerksam für sein Stimmung zu sein und dennoch ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Gefühle, meine und die des Anderen bleiben das wichtigste und doch dürfen sie mich nicht verführen und so sehr beeinflussen, das ich völlig blockiert bin. Sollte es auch romantisch gesehen, um eine gemeinsame Lösung gehen.
Doch was wenn beide verbohrt sind? Beide nur sich selbst verstehen und in ihren Wunden völlig verwirrt sind und zwangsweise niemanden an sich herankommen lassen können, weil sie sonst ausflippen und noch weiter verwirrt sind. Beide eine Verwirrung, eine Eigenheit, ein Verrennen durchziehen wollen und damit allein durchkommen wollen oder müssen. Sie sich nicht ertappt fühlen wollen, weil die Verletzung tief ist, ein Riss ist, voller Schambesetzung ist? Dann haben solche Menschen zwar immer Lösungen und theoretische Wege, sind aber nicht stark genug, wirklich damit zu gehen, wirklich über sich selbst zu stehen, selbstbestimmt zu sein. Zwar liegt ihnen was an den Gefühlen des Umfeldes, aber die Unabhängigkeit dessen bleibt größtes Gut. Doch viele haben nicht den Mut schutzlos zu gehen und darin zu erkennen und zu arbeiten, dass sie Einfluss darauf nehmen können. Viele bleiben in ihrem sturen geschützten Panzer und nehmen darüber Einfluss. Sie kommen von einer ganz anderen Seite und so weiter. Schwierig zu fassen, zu beschreiben..

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tim.a.elstner(at)gmail.com